Was ist eine Vollformatkamera?

Vollformatkameras sind sowohl bei den digitalen Spiegelreflexkameras ( DSLR’s ) als auch bei den spiegellosen digitalen Systemkameras ( DSLM’s ) zu finden. Wobei die Bezeichnung „Vollformatkamera“ eher eine umgangssprachliche Bezeichnung für eine bestimmten Art von DSLR’s bzw. DSLM’s ist. Korrekterweise müsste die Bezeichnung für diese Art von Kameras digitale Kleinbildkameras heissen.

Was bedeutet digitales Kleinbildformat bzw. Vollformat?

Der Fotosensor ist hier genauso gross wie der Kleinbildfilm einer analogen Kamera. Da jedoch der Kleinbildsensor bzw. Vollformatsensor im Gegensatz zum Cropsensor bzw. APS-C Sensor den kompletten Bereich des Kleinbildformates abdeckt, sprich die volle (Kleinbild)Formatabdeckung erreicht, spricht man hier auch von einem Vollformatsensor. Dementsprechend bezeichnet man die Kameras mit diesem Vollformatsensor auch als Vollformatkameras.

Was ist eine Vollformatkamera?

Entstehungsgeschichte

Wie ich bereits hier schon beschrieben hatte, gab es am Anfang der Digitalfotografie noch keine Fotosensoren, welche das komplette Kleinbildformat einer Analogkamera abdeckten. Aus diesem Grund konnten die ersten Fotosensoren auch nicht den kompletten Bildausschnitt abdecken, welchen eine Analogkamera abdeckte. Natürlich bestand der Wunsch, auch digital den kompletten Bildausschnitt mit einem Fotosensor so abzudecken wie dies mit dem Kleinbildfilm möglich ist.

Aus Kostengründen war es jedoch am Anfang der Digitalfotografie nicht möglich, solch einen Fotosensor im Kleinbildformat in Grossserien zu produzieren.

Seit Anfang der 2000er Jahre waren diese Vollformatsensoren zur Grossserienreife entwickelt und somit konnten die ersten Vollformatkameras für die Grossserie entwickelt werden. Diese kamen dann auch kurz darauf auf den Markt.

Auswirkungen des formatdeckenden Fotosensors

  • Gegenüber einer Cropkamera ergibt sich bei der Verwendung von für das Vollformat geeigneten Objektiven einen Bildwinkel welcher das Motiv genauso abbildet wie man dies von einer analogen Kleinbildkamera her kennt. Damit entfällt auch die scheinbare Brennweitenverlängerung.
  • Durch den nun grösseren Bildwinkel wird mehr vom Fotomotiv aufgenommen, als dies der Fall bei einer Cropkamera wäre.
  • Da die Pixel auf dem Fotosensor bei einer Vollformatkamera wesentlich grösser als bei einer Cropkamera sind; tritt bei einer Vollformatkamera das Bildrauschen wesentlich langsamer und weniger auf als dies bei einer Cropkamera der Fall wäre.

 

Was also ist eine Vollformatkamera?

Eine Vollformatkamera ist eine digitale Spiegelreflexkamera bzw. digitale Systemkamera mit einem Fotosensor, welcher im Gegensatz zu einer Cropkamera das gesamt analoge Kleinbildformat abdeckt. Da ihr Fotosensor genauso gross ist wie das Kleinbildformat in der Analogfotografie kann sie damit auch denselben Bildausschnitt wie eine analoge Spiegelreflexkamera abbilden.

Stärken einer Vollformatkamera

  • oftmals sehr gute bis ausgezeichnete Bildqualität
  • die Bildabdeckung beim optischen Sucher beträgt 100%; das heisst, Du siehst im optischen Sucher  das ganze Bild, welches Du anschliessend fotografieren wirst
  • aufgrund der grösseren Pixel auf dem Fotosensor ist eine Vollformatkamera rauscharm beim Bildrauschen
  • keine scheinbare Brennweitenverlängerung wie bei einer Cropkamera, dadurch sehr gut für den Weitwinkelbereich geeignet
  • weniger Schärfentiefe als bei einer Cropkamera

Schwächen einer Vollformatkamera

  • sowohl die Vollformatkamera selbst als auch die für eine Vollformatkamera geeigneten Objektive sind oftmals sehr teuer
  • aufgrund des recht grossen Fotosensors besitzt eine Vollformatkamera oftmals ein grosses bzw. nicht so handliches Gehäuse bzw. Body
  • keine scheinbare Brennweitenverlängerung, was für Fotografie im Weitwinkelbereich von Vorteil und für die Fotografie im Telebereich sowie im Makrobereich von Nachteil ist

 

Fazit

Eine Vollformatkamera ist sehr gut für Profis und Fortgeschrittene geeignet. Für Anfänger halte ich sie weniger geeignet. Die Gründe dafür sind vielfältig:

  • eine Vollformatkamera ist absolut auf die Belange von Profis ausgerichtet, indem sie viele Einzeltasten zur schnelleren Kameraeinstellung hat und ihr dafür zum grössten Teil Motivprogramme fehlen
  • Da sie weniger Tiefenschärfe als eine Cropkamera hat, bekommt der Anfänger bei gleicher Blende wie zum Beispiel f2.2 bei der Verwendung von einer Vollformatkamera und Cropkamera unterschiedlich geschärfte Bilder. Das heisst, wenn der Fokus bei der Vollformatkamera nicht korrekt sitzt oder mehrere Fotomotive auf verschiedenen Ebenen sich befinden; dann wird das Fotomotiv unter Umständen nicht scharf abgebildet sein.
  • Ein Anfänger weiss meistens nicht, auf welchen Bereich der Fotografie er sich später spezialisiert. In der Tierfotografie ist man oftmals im Telebereich tätig. Hier wäre dann aufgrund der Brennweitenverlängerung eine Cropkamera zweckmässiger als eine Vollformatkamera.

Meine persönliche Empfehlung

Konkret bedeutet dies für Dich; solange Du noch nicht genau weisst was Du fotografieren möchtest, solange wäre eine Cropkamera in der gehobenen Einsteigerklasse oder Mittelklasse der bessere Einstieg für Dich als eine Vollformatkamera.

Solltest Du jedoch von vorn herein in bestimmten Bereichen fotografieren wollen, so kann auch am Anfang eine Vollformatkamera die bessere Kamera für Dich sein. Nehmen wir einmal an, Du bist Immobilienmakler bzw. arbeitest für einen Immobilienmakler. In diesem Fall ist für Dich eine Vollformatkamera einfach die bessere Kamera. Aufgrund ihres besseren Weitwinkelbereiches ist sie für das Fotografieren von kleinen Innenräumen bestens geeignet.

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